Ještěd im Januar

Befragt zu seiner Bronzeplastik „Dítě z Marsu – Kind vom Mars“, die sich in unmittelbarer Nähe zum Fernsehturm Ještěd befindet, soll der tschechische Künstler Jaroslav Róna gesagt haben:

„Also mir war eingefallen, eine Kreatur zu malen, die in einer für den Menschen völlig unakzeptablen Umgebung lebt, aber die sich dort ganz natürlich bewegt. Daraus entstand die Geschichte eines Kindes von einem anderen Planeten, eine Art Marsmensch, das weint, weil es sich verirrt hat.“

Ähnlich fühlte ich mich bei meiner Ankunft auf dem Berg. Eine Eisige, neblige Nacht, die nur ab und an einen kleinen Blick auf den Turm freigibt. Aber die „völlig unakzeptablen Umgebung“ zieht ihre Besuche, und so auch mich, schnell in ihren Bann. Eine unwirkliche, in Dunst getauchte Natur, mit bizarren vom Wind geformten Eiskristallen in deren Zentrum die „Weltraumarchitektur“ des Turmes thront. Wenn am Abend die letztenTagestouristen den Berg verlassen haben und nur noch die Turmhotelgäste den Berg bevölkern, entsteht eine ganz eigentümliche Stille und Abgeschiedenheit.
Ab und an ließen Lücken im Nebel sogar Ausblicke vom Berg zu. Der Postkartenständer im Turmhotel zeigt, was man bei anderem Wetter sehen könnte und erzählt von unglaublichen Weit-Blicken. Das Nächste mal vielleicht, ich komme wieder.

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